Menschen- statt Klimawandel


von Marcello Alexander Gundolf am

Es wird mittlerweile kaum bestritten, dass der Mensch mit seinem Lebensstil der Verschwendung dem Planeten unwiderruflich schadet. Wir wissen es und finden uns damit ab, ohne dafür bereit zu sein, ernsthaft etwas gegen die Klimaveränderung und Verschmutzung der Umwelt zu unternehmen.

Der Mensch und sein Konsumverhalten

Während die Gletscher schmelzen, die Regenwälder abgeholzt und die Meere leergefischt werden, hört unser Verlangen nach immer mehr Konsum nicht auf. Wir kaufen regelmäßig neue Bekleidung und wissen, dass sie zu den von uns gezahlten niedrigen Preisen unter menschenverachtenden und umweltbelastenden Verhältnissen produziert wird. Wir fliegen mit dem Flugzeug in ferne Länder auf Reisen, schießen Feuerwerkskörper in den Nachthimmel und sind uns bewusst, dass wir mit unseren Emissionen das Klima auf Jahrhunderte hinaus schädigen.

Die Folgen des menschlichen Konsums

Auf ARTE, dem deutsch-französischen Kultursender, ist ein Dokumentarfilm zu sehen, in dem sich in Grönland innerhalb von wenigen Stunden gigantische Eismassen lösen, mehrere Kilometer lang, und ins offene Wasser hinaustreiben. Genauso zu sehen sind Industrieanlagen am Mittelmeer. Am Ende des Industrieprozesses leiten diese unbehandelt und ungefiltert Mengen an Rückständen von Phosphorsäure und Düngemittel ins Meer. Die angrenzenden Strände, einst beliebte Erholungsorte für die dortige Bevölkerung und Touristen, sind heute stark verunreinigt.

Doch bleiben wir in Österreich. Windräder möchte niemand bei sich in der unmittelbaren Nachbarschaft sehen und zum Mülltrennen sind nur wenige bereit. Elektroautos sind auf Österreichs Straßen nur sehr selten anzutreffen (0,44 % am österreichischen PKW-Gesamtbestand 2018), lieber wird in Benzin- und Dieselmotoren investiert.

Der Klimawandel – ein Problem der anderen?

So richtig unheimlich und existenzbedrohend sieht der Klimawandel aus europäischer Sicht betrachtet noch nicht wirklich aus, ansonsten würden wir uns verantwortungsvoller um unseren Planeten Erde kümmern. Sind wir uns ehrlich: Wer von uns fährt schon mit dem Fahrrad anstatt des Automobils zum Einkauf in die Stadt oder verzichtet auf Reisen, wenn sie/er sie sich leisten kann? Die Hauptleidtragenden unserer privilegierten Lebensweise sind die, die bereits heute vor umweltbedingten Konfliktkonstellationen, wie zum Beispiel die Verringerung von Süßwasserressourcen oder die Zunahme von Sturm- und Flutkatastrophen, Zuflucht suchen.

Beispiele zur Problemlösung

Gemeinsam und mit vereinten Kräften wäre es noch möglich, nicht einfach und auch nicht bequem, gegen die drohende Erderwärmung vorzugehen. Der sofortige Ausstieg aus der Kohleförderung, ergo der konsequente Umstieg auf erneuerbare Energien, wäre der erste bedeutsame Schritt in Richtung einer größeren Umweltfreundlichkeit. Es braucht Förderungen für auf Nachhaltigkeit beruhende Projekte und Bewusstseinsbildung in Schulen und Kindergärten. Um die Klimaziele der Vereinten Nationen zu erreichen, sind wir alle gefordert. Jede/jeder von uns kann im Alltag Positives bewirken, zum Beispiel den Lebensmitteleinkauf sowohl nachhaltiger als auch ressourcenschonender zu gestalten. Der Kauf von regionalen Produkten beispielsweise stärkt die heimische Wirtschaft und tut dem Klima Gutes, indem auf lange und CO2-intensive Importwege verzichtet wird.

Der Zero-Waste-Lifestyle

Immer mehr Menschen, vor allem junge, stellen die heutige Konsumgesellschaft in Frage. Sie entschließen sich dazu, ihr Leben zu verändern, es umweltbewusster zu führen. Anhänger der Zero-Waste-Lifestyle-Bewegung achten bei ihrem Einkauf unter anderem darauf, auf in Plastik verpackte Konsumgüter zu verzichten. Allgemein wird alles abgelehnt, was anorganischen Abfall produziert und nicht recycelt werden kann. In Wien beispielsweise gibt es mehrere Kleinläden, in denen es möglich ist, dem nachzugehen.

    Marcello Alexander Gundolf

    Marcello Alexander ist 21 Jahre alt und kommt aus Reifnitz am Wörthersee, Kärnten. Er ist Studierender in Wirtschaftsrecht und Volkswirtschaft an der WU Wien. Die Akademie für Dialog und Evangelisation ist für ihn ein "Ort der Begegnung mit Freundinnen und Freunden".

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