Journalisten durch Maschinen ersetzen – Funktioniert das wirklich?


von Pia Geyer am

Mensch vs. Maschine

Mittlerweile hat so gut wie jedes Verlagsunternehmen ein eigenes Social-Media Profil. Nicht nur um eine große Fan-Reichweite zu bekommen, sondern auch um Nachrichten in Echtzeit zu posten. Social Media-Plattformen sind daher nicht mehr weg zu denken in dieser Branche. Ein Start-up nutzte die Gelegenheit und setzt seit 2013 alles daran um die Postings für Medien zu automatisieren. Früher oder später soll nicht mehr zu erkennen sein, was von einem Menschen gepostet wurde und was von einer Maschine stammte. #Geldmaschine 

Das Start-up Echobox Limited

Antoine Amann gründete 2013 das Start-up Echobox zur Automatisierung von Social-Media-Aktivitäten in der Verleger-Branche. Darunter viele bekannte Kunden wie die „Frankfurter Allgemeine“, „The Guardian“, „Der Standard“ oder die französische Tagespresse „Le Monde“.  In einem Interview mit dem Forbes Magazine verriet Amann seine Idee. Und zwar basiert sein ganzes Geschäftsmodell auf Algorithmen. Ein Algorithmus verrät welche Inhalte am besten gepostet werden sollen. Einer offenbart welche Themen sich am meisten verbreiten können und am ehesten viral in Social Media geteilt werden. Und einer teilt unmittelbare „Breaking News“. Aber da fragt man sich doch, woher die ganzen Infos herkommen? Und nein hinter dem Start-up steckt kein Orakel. Die Informationen zu Vorhersagen oder Automatisierungen kommen aus der Vergangenheit. „Wir haben historische Daten der Verleger und verstehen dadurch die Vorlieben ihrer Leser sehr gut.“

 

Vorhersage bei der französischen Präsidentschaftswahl 2017

Ihre Vorhersagefähigkeiten konnte die Echobox erstmals bei der Präsidentschaftswahl 2017 in Frankreich beweisen. Die Ergebnisse konnten mit Abstand am präzisesten prognostiziert werden. Aber welches Geheimnis steckt dahinter? Es wurden Echtzeitdaten angesehen. Von Millionen Nutzern und Lesern der Verlage, welche zu den Kunden des Start-ups zählen. Dabei müssen sie aber dem Zugang und der Nutzung der Daten zustimmen. „Wir haben analysiert, wann Menschen auf welchen Seiten sind und was sie lesen.“ Vergleicht man die Ergebnisse mit Straßenumfragen, zeigt sich ein großer Unterschied. Jeder kann sich wahrscheinlich vorstellen, dass in solchen Situationen nicht immer die ganze Wahrheit hervorgeht. Da sind die Echtzeit-Internetdaten der Echobox weitaus zuverlässiger. #artificialintelligence

 

Kein Grund zur Sorge!

Schwer vorstellbar, dass dahinter eines Tages nur mehr Maschinen stecken könnten oder? Dieser Gedanke liegt auf jeden Fall noch weit in der Zukunft. Sprachlich sind die Algorithmen nämlich noch nicht überzeugend, und weisen viele Fehler auf. Vor allem Kreativität ist schwer zu automatisieren. Man kann einem Computer kaum eine „kreative Ader“ programmieren. Aber wer weiß das denn schon. Amann sieht zumindest die Zukunft der Automatisierung eher als Unterstützung der Journalisten. Und zwar durch künstliche Intelligenz. „Ich glaube, in Zukunft und mit der Masse an Daten, die wir haben werden, muss ein Journalist nicht mehr alleine einen ganzen Artikel schreiben. Ich glaube hier werden Maschinen zum Einsatz kommen und Journalisten kontrollieren und korrigieren dann die Texte.“ Also noch besteht kein Grund zur Sorge für Journalisten. Wir werden erst sehen, was die Zukunft bringt. #creativeminds

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