Der Sommer ist ein Sehnsuchtsort


von Maja Schanovsky am

Aperol ohne FFP2

Also ich zumindest habe mich schon unglaublich nach dem Sommer gesehnt. Ich liebe die Sonne, mir ist es selten zu heiß und irgendwie finde ich alle und alles entspannter, wenn die Tage lang und hell sind. Vor allem war ich schon ausgehungert danach, endlich wieder an lauen Abenden mit lieben Menschen zusammensitzen zu können, das eine oder andere Glas Aperol, Hibiskuslimonade oder einen Capuccino zu trinken und es einfach gut miteinander zu haben. Nach einem für uns alle so herausfordernden Jahr wieder Freunden begegnen, sie vielleicht sogar umarmen und ohne FFP2-Maske im Biergarten oder beim Heurigen sitzen – viel mehr muss der Sommer nicht für mich tun. Man spürt das allgemeine Aufatmen, das Loslassen der anstrengenden vergangenen Monate, die wieder aufsprühende Lebensfreude ganz intensiv.

Das Jahr Revue passieren lassen

Ich merke, dass ich ein bisschen aufpassen muss, in diese zwei Sommermonate nicht alles hinein quetschen zu wollen, was davor nicht möglich war. Mein Kalender soll ja nicht voller werden als während des Arbeitsjahres. Denn zum Sommer gehört für mich auch, entspannter als im normalen Alltagsleben in die Stille zu gehen, vielleicht längere ruhige Zeiten als sonst zu nehmen, um mit meinen Gedanken richtig in die Tiefe gehen zu können. Das Jahr Revue passieren zu lassen, die vielen Menschen, die mir (in diesem Fall vielfach Online) begegnet sind in den Blick zu nehmen, in Dankbarkeit auf das viele Gute hinzuschauen und versuchen aus den Herausforderungen, aus meinen Fehlern und dem Scheitern zu lernen. Letztlich will ich das alles vor Gott hinlegen oder noch besser: es in sein Herz legen – die Menschen, die Situationen, die Schwierigkeiten, die Freuden.

Ein großes Herz

Ich glaube daran, dass in Gottes Herzen alles Platz hat, dass sein Herz noch unendlich viel größer ist als ich es mir jemals vorstellen kann. Alles hat bei ihm Platz – vor allem die Menschen, die mir selbst so sehr in diesem Jahr ans Herz gegangen sind und weiter gehen.

So viel Leben

Freunde, die mit so vielem zu kämpfen haben und doch existenzielle Entscheidungen treffen müssen, die sie ein Stück weit überfordern. Die Eltern meiner jungen Trafikantin, die einem Verbrechen zum Opfer gefallen ist. Der fremde und doch schon vertraute junge Mann, der völlig verwirrt und desorientiert, abgerissen und schmutzig Tag für Tag und Nacht für Nacht  in der kleinen Fußgängerzone vor meinem Haus unterwegs ist, auf der Bank liegt, mich immer wieder um eine Zigarette bittet. Die Freundin, die spät geheiratet hat und jetzt ihr drittes Kind erwarten darf. Der Mann von der Müllabfuhr, der im strömenden Regen und bei ärgster Hitze 12-Stunden-Schichten schiebt und mir immer strahlend erzählt, wie gut es ihm geht. Die Freundin, die endlich in ihrem Traumjob gelandet ist und so glücklich darüber ist …

Ein Jahr des Mitleidens und des Mitfreuens.

Viel Inhalt für meine stillen Zeiten, viel Gesprächsstoff für den Dialog mit Gott.

Ich wünsche euch allen von Herzen einen schönen Sommer und auch genügend Zeit um ruhig zu werden. Dass euer Sommer die Chance mit sich bringt, in aller Ruhe und Dankbarkeit das vergangene Studien- oder Arbeitsjahr zu reflektieren. Dass ihr auf die Menschen in eurem Herzen, mit denen ihr mitgelitten und euch mitgefreut habt, mit guten Wünschen oder im Gebet liebevoll schauen könnt.  Dass ihr einen herrlich erholsamen Urlaub haben könnt mit viel Gelegenheit zum Aufatmen und Kraft schöpfen!
Wir sehen uns im Herbst!

Maja Schanovsky

Missionsleiterin und -ausbildnerin
Leitung Studentenheim
in Akademie für Dialog und Evangelisation

(Christ-)Followerin👣, Menschenfreundin😊, Detailliebhaberin🍁, Farbenfrohe🌈, Doromanische🎁, Kaffeetante☕, Heliophile🌞, Chocoholic🍫, Käsespezialistin 🧀, Weinsympathisantin🍷, Abendmensch🌛, Picaddict📸, Musicpassionate🎻, Movielikerin🎬, Leseratte📚, Viennafreak🎡, Worldfan🌍, All in all Life-Loverin 💕

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Bildquellen

  • Aperol und Capuccino: Andrea Schanovsky
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