Bye Bye Partei – Europas Heilsbringer auf dem Vormarsch


von Stephanie Kappaurer am

„Bye Bye Partei“: Europas Parteienlandschaft steht vor einem Umbruch.
Egal ob in Frankreich, Ungarn, Österreich oder Großbritannien – die Führungspersönlichkeit eines Einzelnen löst die Gruppendynamik der Parteien ab.

So wie in Frankreich Emmanuel Macron will in Österreich der neue Hoffnungsträger der ÖVP, Sebastian Kurz, eine Regierung der Experten aufstellen. Gleichzeitig hat Bundeskanzler Kern eine Umstrukturierung der SPÖ versprochen.

Diese kleinen politischen Revolutionen bergen aber auch potentielle Gefahren. Nicht selten nehmen Politiker mit Personenkultstatus autoritäre Züge an. Wie sieht die Zukunft unserer repräsentativen Demokratie aus? Welche Position nehmen Parteien in diesem „neuen“ Demokratieverständnis ein? Was erwarten sich Menschen von „Heilsbringern“ oder „Messiassen“ gerade in politische Kategorien – oder was fehlt ihnen?“

 

Quelle: @diezeit

Die neuen Heilsbringer Europas sollen die Politikverdrossenheit ihrer Wählerschaft hinwegfegen, mit ihren Werten und Idealen gegen die Parteienmaxime und den Zwang zur Lüge ankommen und gleichzeitig die innerstaatlichen wie außenpolitischen Probleme lösen. Wie sollen Menschen mit diesem Druck umgehen? Setzen wir zu viel Hoffnung in einzelne Persönlichkeiten? Sind nicht eben diese Reformer zum Teil im Parteiensystem groß geworden und wer, wenn nicht die Partei gibt Quereinsteigern eine Legitimationsbasis?

Was soll nun aus dem Grundsatz der gewählten Volksvertretung werden?

Sind unsere Parteien auf die neue Politikform vorbereitet?

Die Hoffnung der einen ist es, das gesamte System der Parteien zu Fall zu bringen, um endlich die Machtkämpfe zwischen den Fraktionen abzuschaffen. Stattdessen stellen sie sich Diskussionen zu Sachthemen vor, die von einzelverantwortlichen Volksvertretern geführt werden, die Experten in ihrem Resort sind, und nicht von Politikern, welche in die Ränge der Partei hochgehoben wurden und in einer Sitzplatzrochade ihre Zuständigkeit erhalten haben.

Andere fürchten durch den Zerfall der Parteien eine Vermehrung von Splittergruppen und eine Unübersichtlichkeit der politischen Landschaft.

Der Ruf der Wählerschaft nach starken Führungspersönlichkeiten an der Staatsspitze ist keine neue Entwicklung, sondern ein bekanntes gesellschaftliches Symptom.

Und obwohl die Präsidentschaftswahlen in Österreich und in Frankreich mit einem klaren Plädoyer für Europa ausgegangen sind, bestehen noch immer berechtigte Zweifel, ob die gewählten Personen der Hoffnung nach einem „Messias gerecht werden können oder von Vornherein zum Scheitern verurteilt sind.

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    Stephanie Kappaurer

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