Obama in town


von Anna Mayer am

….oder präzise gesagt, in der neighboring town von Durham, dem schönen Chapel Hill.

Bis zum 8. November werden wohl keine wichtigen Vertreter, weder von Demokraten noch Republikanern, Durham aufsuchen. Ein Grund ist hierfür, laut Aussagen von Freunden von mir, die einzige potentielle Location für eine Rede von Trump oder Clinton: Die Duke ist als private Universität nicht auf den ersten Plätzen der Liste an Lieblingsorten. Schließlich sind  die Studiengebühren, welche gerade an privaten Universitäten höher sind als an öffentlichen Bildungsinstitutionen, ein wichtiges Thema während des Wahlkampfs.

Obama ist deshalb als Unterstützer von Clinton nach Chapel Hill gereist, um an der staatlichen University of North Carolina eine Rede zu schwingen. Nachdem ich von meiner Kursleiterin das ‚Go‘ erhalten hatte, bin ich dann mit dem Go-Triangle-Bus nach Chapel Hill getingelt und erwartete eine vollkommen überfüllte Stadt. Das Gegenteil war der Fall: Hätte ich nicht gewusst, dass der Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika in zwei Stunden in die Stadt eingeflogen käme, ich hätte es nicht glauben wollen. Auch auf dem Campus war keine große Beschilderung – was ich eigentlich erwartet hatte. Nachdem ich dann den Ort des Geschehens gefunden hatte, musste ich mich in eine sehr, sehr, sehr lange Schlange einreihen. Ich hatte schon mit einer stundenlangen Wartezeit gerechnet und innerlich den Besuch des Spektakels abgeschrieben, weil die Tore bereits seit einer Stunde offen waren und die Menschenmenge einfach rießig war. Erstaunlicherweise ging aber alles recht fix und nach einem unkomplizierten Sicherheitscheck ging es dann auf den künstlichen Rasen der Hooker Fields.

Die Wartezeit von zwei bis drei Stunden wurde dann von Reden von mehr oder weniger populären Policy maker überbrückt. Für einen Nachmittag am Anfang von November war es unheimlich sonnig und heiß. Kein Wunder, dass deshalb bereits vor Obamas Rede die ersten Menschen aus der Menge aufgrund von Schwächeanfällen von Notärzten abtransportiert wurden. Das Prozedere war aber immer ein Akt, weil es für die HelferInnen kaum möglich war, zu den betroffenen Leuten zu gelangen. Wasserflaschen gab es auf dem Gelände nicht, denn das Wahlteam von Clinton hatte eine rießige Wasserspender-Anlage installiert. Die Reduzierung von Plastikflaschen kann als guter ökologischer Wille gesehen werden, hatte aber als Resultat, dass die Leute nicht zum Wasserspender gegangen sind, um ihren jeweiligen heißumkämpften Platz nicht zu verlieren.

Aufgrund des Wetters sind dann gefühlt reihenweise Menschen umgekippt und das Wahlkampfteam hatte am Ende mehr mit dem Aushändigen von Plastikbechern, die recht ungelenk befüllt wurden, viel zu tun. Die lange Wartezeit nutzte dann eine Person neben mir, um sich ihre Fußnägel zu schneiden, was ich dann doch nicht so cool fand. Nun, positiv an dem Erlebnis ist, dass ich dann mehr in den Himmel gestarrt habe und einen wundervollen Zitronenfalter entdecken konnte. Nachdem der Schmetterling dann aber auch irgendwann einmal aus meiner Sichtweite verschwand, sah ich dann immer mehr Sicherheitspersonal auf dem nahegelegenen Dach der Universität. Und nach weiteren Minuten des Wartens kam dann auch der 44. Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika auf die Bühne.

Mit Sicherheit wäre es weniger nervenaufreibend gewesen, seine Rede im Fernsehen anzuschauen, aber trotz aller Unannehmlichkeiten, bin ich froh, dem Event beigewohnt zu haben. Aufgrund meines übertriebenen Freude möchte ich deshalb auch ein Foto von Obama mit den LeserInnen meines Blogs teilen, denn in Anbetracht von allen Begebenheiten in Form von Wassermangel und Fußnägeln, ist es ein Dokument meiner Beharrlichkeit:)

 

Und wenn man ganz genau das Foto anschaut, dann kann man, so hoffe ich, auch Obama ausfindig machen….

 

 

Bildquellen

  • obama: Anna Mayer

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